10 Denkfehler im Marketing Management Teil II

von Fred Geiger

Die Niederlande waren im 17. Jahrhundert die führende Handelsmacht in Europa und eroberten sich mit Glück, Geschick und Brutalität ein veritables Kolonialreich. Bizarr daran war übrigens, dass diese Gebiete, z.B. das heutige Indonesien, Südafrika (Kapkolonie) oder Sri Lanka (Ceylon), nicht etwa Kolonien der Niederlande waren, sondern sich im Privatbesitz befanden – sie unterstanden der VOC (Vereinigten Ostindischen Compagnie), übrigens die älteste Aktiengesellschaft der Welt. Die VOC schuf in den von Ihnen verwalteten Ländern Handelsmonopole (zum Beispiel für Gewürze wie Zimt oder Muskat), in dem Sie die Waren nur auf eigenen Schiffen nach Europa transportierte und dort zentral in Amsterdam verkaufte. Um die Preise hoch zu halten, wurden dann auch schon einmal ganze Schiffsladungen mit Gewürzen verbrannt.

Monopolisiert war aber auch der Anbau: Muskat wurde auf großen Plantagen nur auf bestimmten Inseln angebaut, auf den anderen Inseln hingegen wurden Gewürzsträucher und –bäume radikal ausgerottet. Nachdem die VOC durch die politischen Wirren und durch Misswirtschaft in der napoleonischen Zeit zugrunde ging, übernahm das Königreich der Niederlande die Konkursmasse der VOC und auch die damit verbundenen Schulden und Probleme. Ein dramatisches ökologisches wie ökonomisches Problem, waren die Monokulturen in den Kolonien, die ja geschaffen wurden, um Anbaumonopole zu erreichen. So konnte die Bevölkerung in den nunmehr niederländischen Kolonien, weil nur Gewürze angebaut werden durften, die eigene Lebensmittelversorgung nicht sichern, was immer wieder zu Aufständen führte.