Die 10 größten Fehler im Marketing – Beispiel 8: Kopieren des Wettbewerbs Teil 2

von Fred Geiger

Das Ziel eines Unternehmens ist nicht die Erzielung von Gewinnen. Das Ziel eines Unternehmens ist vielmehr die dauerhafte Gewinnung von zahlungsfähigen Kunden, denen man Dinge in ausreichender Menge zu einem (für den Verkäufer!!) angemessenen Preis verkauft. Der Gewinn selbst ist also gar kein Ziel, es ist nur die Resultante der Erreichung der vorgenannten Ziele. In Märkten, in denen Wettbewerb herrscht ist dies nur möglich, wenn Unternehmen ständig “innovieren”, sich sogar manchmal ständig neu erfinden. Das systematische Entwickeln und Managen von innovativen Konzepten, Produkten und Dienstleistungen ist deshalb die Königsdisziplin der Unternehmensführung.

Dennoch fehlt vielen Unternehmen hierfür ein wirklich durchdachtes konzeptionelles Denken, von einem systematischen professionellen Vorgehen in Sachen Innovation einmal ganz abgesehen. Innovation durch “Trial and Error”, Innovation durch die Gott gleichen Gedankengänge des Geschäftsführers oder Innovation, missverstanden als die Umsetzung alles aktuell technisch Machbaren in durch Ingenieure beherrschten Unternehmen. Aber wie kann man Innovation vom Zufall befreien oder von internen politisch geprägten Machtkämpfen trennen? Ganz einfach: indem man einen immer gleichen professionellen Prozess aufsetzt mit dem jede neue Idee auf den immer gleichen, nüchtern gestalteten, stets fairen Prüfstand gestellt wird. Egal, welchen Bereich des Unternehmens die neue Idee betrifft und gleich von wem sie stammt. Hierfür gibt es eine ganze Reihe sinnvoller Methoden, die ich in der Praxis aber leider viel zu selten umgesetzt sehe. Leider, denn dem Prinzip der “Innovation nach Gefühl und Wellenschlag” gehört in einem oft globalen Wettbewerbsumfeld ganz sicher nicht die Zukunft.

Die 10 größten Fehler im Marketing – Beispiel 8: Kopieren des Wettbewerbs Teil 1

von Fred Geiger

Das Problem:

In Unternehmen hat der Innovator oft einen schweren Stand, denn “wer Neues schaffen will, hat alle zu Feinden, die aus dem Alten Nutzen ziehen”. Das erkannte der Philosoph und Staatsmann Nicolo Macchiavelli schon vor 500 Jahren.

Der wichtigste Grund hierfür liegt wiederum in der hohen Flopprate von Innovationen, die zum Beispiel bei Produktneuheiten im Lebensmittelhandel bei atemberaubenden 90 %! liegt. Da ist es doch für einen Unternehmenslenker (sofern er nur ein Angestellter ist) oder einen karriereorientierten Mitarbeiter, gleich auf welcher Führungsebene er aktuell agiert, doch viel intelligenter, der Innovation abstrakt positiv gegenüber zu stehen, aber im Grunde doch lieber Alles beim Alten zu belassen. Ist das neue Konzept dann geglückt, war man immer schon der größte Fan und ein Motor des Fortschritts, geht die Sache aber “in die Hosen”, dann hat man den lieben Kollegen oder den dynamischen Mitarbeiter doch damals schon in dieser Mail (zum Glück hat man die nicht aus dem “Gesendet-Ordner” gelöscht) so weitsichtig wie uneigennützig auf das eine oder andere Risiko hingewiesen.