Die 10 größten Fehler im Marketing – Beispiel 8: Kopieren des Wettbewerbs Teil 1

von Fred Geiger

Das Problem:

In Unternehmen hat der Innovator oft einen schweren Stand, denn “wer Neues schaffen will, hat alle zu Feinden, die aus dem Alten Nutzen ziehen”. Das erkannte der Philosoph und Staatsmann Nicolo Macchiavelli schon vor 500 Jahren.

Der wichtigste Grund hierfür liegt wiederum in der hohen Flopprate von Innovationen, die zum Beispiel bei Produktneuheiten im Lebensmittelhandel bei atemberaubenden 90 %! liegt. Da ist es doch für einen Unternehmenslenker (sofern er nur ein Angestellter ist) oder einen karriereorientierten Mitarbeiter, gleich auf welcher Führungsebene er aktuell agiert, doch viel intelligenter, der Innovation abstrakt positiv gegenüber zu stehen, aber im Grunde doch lieber Alles beim Alten zu belassen. Ist das neue Konzept dann geglückt, war man immer schon der größte Fan und ein Motor des Fortschritts, geht die Sache aber “in die Hosen”, dann hat man den lieben Kollegen oder den dynamischen Mitarbeiter doch damals schon in dieser Mail (zum Glück hat man die nicht aus dem “Gesendet-Ordner” gelöscht) so weitsichtig wie uneigennützig auf das eine oder andere Risiko hingewiesen.

Die 10 größten Fehler im Marketing – Beispiel 3: Fehlende Differenzierung

Henry Ford produzierte sein Modell T 20 Jahre lang technisch fast unverändert und (zumindest in den Anfangsjahren der Produktion) auch in nur einer Farbe: schwarz. Der erste Autotest des ADAC mit einem Honda Civic, dem ersten japanischen Auto, das in Deutschland angeboten wurde, konnte im Jahr 1973 leider gar nicht durchgeführt werden, weil das Fahrzeug bereits nach wenigen Metern ohne ersichtlichen Grund stehen blieb und nicht wieder in Gang gesetzt werden konnte.

Durch moderne Entwicklungs- und Fertigungsmethoden hat ein modernes Automobil heute einen Lebenszyklus von drei bis fünf Jahren und ist standardmäßig in 20 bis 40 Farben erhältlich. In China werden heute mehr Autos hergestellt als in Deutschland und aus Ländern wie Korea, Rumänien oder Malaysia kommen heute Fahrzeuge, die von Technik, Design und Qualität von Fahrzeugen aus deutscher Produktion kaum noch zu unterscheiden sind.

Ein hartes Wettbewerbsumfeld schafft in den Märkten eben nicht ein größere Vielfalt, wie man eigentlich annehmen sollte, sondern führt genau zum Gegenteil: “Wettbewerb macht gleich”. Paradox daran ist, dass aber Differenzierung der entscheidende Erfolgsfaktor ist, um in solchen Märkten zu überleben, es sei denn, Sie sind Marktführer oder unterliegen wie General Motors der meist falschen Annahme, dass Produkte vor allem billig produziert werden müssen und man technische Innovation, die Markenpflege und das Design  vernachlässigen kann.