Die 10 größten Fehler im Marketing – Beispiel 6: Einfalt im Denken und Handeln

von Fred Geiger

Das Problem:

“Wenn Dein einziges Werkzeug ein Hammer ist, so wirst Du jedes Problem als Nagel betrachten” – dieser Satz des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain, beschreibt ein im Marketing und im Vertrieb allgegenwärtiges Phänomen, nämlich die Orientierung der Marketing- und Vertriebsarbeit am fachlich-biografischen Hintergrund der leitenden Protagonisten und an deren persönlichen Vorlieben. Das Alles (im schlimmsten Fall auch noch gepaart mit einem hohen Verschleiß an Führungspersonal) gefährdet wiederum in eklatanter Weise die sinnvolle strategische Ausrichtung der Marke, ja die des gesamten Unternehmens und damit den langfristigen Erfolg.

Die Realität:

Was mich am Marketing immer fasziniert hat, war, speziell im Teilbereich der Markenführung und -kommunikation, die Möglichkeit einem Produkt meinen ganz persönlichen Stempel aufdrücken zu können. Wie die meisten meiner Kollegen besitze ich zu Hause auch eine “Devotionaliensammlung” mit den von mir betreuten Produkten, deren Verpackungen, den Anzeigen, den TV-Spots, den Bildern von den Messeständen und all den anderen großen wie kleinen Vertriebs- und Marketingaktionen, die ich selbst in meinem Leben zu verantworten hatte und auf die ich mehr oder weniger stolz bin. Manchmal befallen mich aber durchaus Zweifel, ob das, was ich für “meine Marken” getan habe, wirklich dem Optimum entsprach.

Die 10 größten Fehler im Marketing – Beispiel 4: Inkonsequente und zu komplexe Markenführung

von Fred Geiger

Mit viel Getöse wird gerade die Kampagne “Umparken im Kopf” von Opel “abgefackelt”. Wieder einmal ein neuer Versuch, der Marke Opel wieder Leben einzuhauchen. Erinnern Sie sich noch an “Technik, die begeistert”, “Frisches Denken für bessere Autos”, “Wir lieben Autos”, “Eine Generation voraus” oder “Wir bauen Ihr Auto”? Jedes Jahr eine neue, frische, frohe und sinnfreie Botschaft, Slogans, die ebenso in Vergessenheit geraten sind, wie die Werte der Marke Opel. So vernichtet  ”Reklame” Milliarden € an Markenkapital.

Bei der neuen Opel Kampagne ist jetzt aber alles anders, hat man sich doch eine Marketingleiterin aus der Markenartikelindustrie geholt und sie, auch um die Bedeutung der Reklame im Hause Opel zu unterstreichen, auch gleich in den Vorstand berufen – einmalig für die Automobilindustrie. Und deshalb wird jetzt auch die Marke endlich strategisch stringent und operativ sauber nach allen Regeln der “Marketingkunst” geführt:

  • ein griffiger Slogan
  • eine Teaserkampagne zum Start
  • jede Menge prominente Testimonials von “Kloppo”  über Joachim Król bis hin zu Bettina Zimmermann und
  • “last but not least” genügend Geld

Ob diese “Umerziehung im Kopf” wirklich funktioniert? Daran kann man durchaus Zweifel hegen: