3 Thesen, wie Sie mit innovativem Marketing Management die Zukunft Ihres Unternehmens gestalten können

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Der sowjetische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratjew (von dessen Nachnamen es mehrere  Schreibweisen gibt) hat vor nunmehr 90 Jahren die langfristigen Zyklen der Weltkonjunktur entdeckt. Vereinfacht ausgedrückt wird bei ihm die Welt, beginnend mit der industriellen Revolution durch geniale Erfindungen angetrieben. So zum Beispiel (sogar im Wortsinn) durch die Dampfmaschine von James Watt, die Fließbandproduktion in der Variante von Henry Ford, durch den PC, das Internet und jetzt vielleicht die Sozialen Medien. Diese Zyklen dauern meist gut 40 Jahre und enden damit, dass eine Idee ausgereizt ist und das Wachstum zum Erliegen kommt. Und dann, wenn die Nacht am dunkelsten ist, gelingt es durch nie dagewesene Erfindungen, Produkte und Gedanken einen neuen Boom auszulösen. Interessant an den letzten Kondratjews (nach ihrem Erfinder hat man diese Zyklen dann auch benannt) ist, dass ihre Basis nicht einzigartige technische Errungenschaften sind, sondern sie auf einer neuen Art Informationen auszutauschen oder zu vernetzen basieren. Wer auf der neuen Bugwelle des Fortschritts reiten will braucht also keine neue Maschine, sondern ein neues Denken. Kurzum: der technische Fortschritt ist nicht mehr Kern des Erfolgs von Unternehmen, sondern die Verbreitung und Vernetzung von Informationen, Ideen und Werten.

10 Trends im Social Media Marketing – Trend Nr. 4: Open Innovation

von Fred Geiger

Trend Nr. 4: Open Innovation

Soziale Medien verändern nicht nur die Art und Weise warum, wie, wo und wann wir miteinander kommunizieren und Informationen austauschen, wir stehen aus meiner Sicht erst am Anfang einer viel umfassenderen Veränderung, ja vielleicht sogar einer echten Revolution. Ich bin der Überzeugung, dass wir bis zum Ende dieser Dekade, getrieben durch die Sozialen Medien, nicht nur ein verändertes Kommunikations- und Entscheidungsverhalten, sondern einen wirklichen Paradigmenwechsel in der sozialen und ökonomischen Entwicklung der Menschheit erleben werden. Das ist auch keine wirkliche Überraschung, finden doch, ausgehend vom Zeitalter der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, etwa alle 30 bis 35 Jahre dramatische Veränderungen in der Wirtschaft und damit in der Welt selber statt. Das bedeutet konkret: Social Media ist vielleicht der nächste Kondratjew (je nach Transkription auch als Kontratieff oder Kontratiev bezeichnet) – wir haben es nur noch nicht erkannt. Nikolai Kondratjew war ein russischer Wirtschaftswissenschaftler, der die Gesetze der langfristigen Konjunkturzyklen entdeckt hat und vor allem die Ursachen dafür, dass etwa alle 30 bis 35 Jahre neue Technologien oder Ideen und deren Anwendung neue Wohlstandsschübe auslösen. Am Ende eines solchen Zyklus stehen dann Krisen (die sich bei Kondratjew durch mangelndes Wachstum, fehlende attraktive Anlagemöglichkeiten für Kapitalanleger und eine lange Phase niedriger Zinsen manifestieren (sic!)), weil Technologien und Ideen, die den letzten Kondratjew initiiert haben, an ihre Grenzen stoßen. Am Ende eines Kondratjew kommt dann der Zeitpunkt, in der neue Ideen wieder einen lang anhaltenden Boom bringen. Die positive Botschaft daraus ist: die Marktwirtschaft erfindet sich in einer Krise immer wieder neu. Negativ war diese Botschaft für Kontradjew selbst, denn diese Theorie widersprach der marxistischen Weltordnung (die den zwangsläufigen Untergang des Kapitalismus als unaufhaltbar ansah): deshalb ließ Stalin Kondratjew nach vielen Jahren in Haft im Jahr 1938 umbringen.