Typische Führungsfehler und wie Sie sie vermeiden – Teil IV: “mangelnde Transparenz”

von Fred Geiger

Das Problem: Entscheidungen und die Wege dorthin werden den Mitarbeitern entweder nicht, unzureichend kurz oder unverständlich komplex dargestellt.

Die Realität:

Vielgepriesen im Rahmen von guter Corporate Governance, der Namensgeber für Organisationen wie “Transparency International” und inzwischen auch von Politikern bei Planungsverfahren immer wieder gelobt, ist “Transparenz” auch eine elementare Eigenschaft einer guten Führungskraft. Dabei ist im Rahmen der Personalführung die “Klarheit” der natürliche Zwilling der Transparenz, denn was hilft es in einem Teammeeting Entscheidungen transparent zu machen, wenn die Erklärung für diese Entscheidungen dann von den Mitarbeitern nicht verstanden wird. Leider belohnen viele Unternehmenskulturen aber Klarheit und Transparenz nicht oder nur unzureichend:

Beispiel 1:

Vor einigen Jahren hielt ich vor Einkäufern eines großen Versandhändlers ein Seminar zum Thema “Zielgruppen”. Dabei tat ich mir in der Vorbereitung etwas schwer, weil viele Informationen den Rang eines Staatsgeheimnisses hatten. Die drei Einkaufsbereichsleiter hatten zuvor über eine sündteure Unternehmensberatung eine Analyse und eine Empfehlung zu den Zielgruppen präsentiert bekommen. Der Umgang mit diesen Informationen war dann aber höchst befremdlich: ein Bereichsleiter kopierte seinen Mitarbeitern die entsprechenden Seiten aus der Präsentation, einer gab Informationen nur mündlich im direkten Gespräch weiter, der Dritte schließlich sperrte den Berichtsband in seinem Schreibtisch ein und Mitarbeiter durften nur in seinem Beisein darin blättern. Jetzt dürfen Sie raten, welcher dieser 3 Bereichsleiter wohl als der mächtigste Mann im Unternehmen galt.

Social Media – warum klassisches Marketing in Sozialen Medien nicht funktionieren wird

von Fred Geiger

Selten klug hat Peter Kruse den notwendigen Paradigmenwechsel im Marketing zu Papier, oder besser “zu Blog”, gebracht http://www.kircher-burkhardt.com/blog/netzkultur-guru-peter-kruse-empathie-wird-zur-schlusselkompetenz-von-unternehmen/ . Zwar sind die meisten Unternehmen inzwischen bereit Ressourcen (sei es Personal, sei es Geld) in Social Media zu investieren, nur glauben die meisten Unternehmenslenker und Marketingverantwortlichen nach wie vor, das Social Media wie klassische Marketingkommunikation funktionert, Social Media also simple “Reklame” in einer neuen Aggregatsform ist. Peter Kruse seziert in seinem Artikel sehr genau dieses intellektuelle und mentale Missverständnis. In der neuen Medienweilt geht es um die Erfolgsfaktoren Ehrlichkeit, Transparenz und Empathie und nicht mehr um neidisch gehütetes Herrschaftswissen und das gezielte, ja manipulative steuern von Botschaften. Die Zeiten für das Marketing werden damit aber nicht unbedingt schwerer, sie werden nur anders. Nicht zuletzt wird damit Social Media Marketing zu einer Aufgabe der obersten Führungsebene eines Unternehmens, zu einem zentralen Element der Corporate Governance, wenn wir den Begriff ganz allgemein als “gute Unternehmensführung” verstehen wollen.