10 Trends im Social Media Marketing 2015 – Trend Nr. 3: Individualisierung

von Fred Geiger

Trend Nr. 3: Individualisierung

Das Web bietet über die unzähligen Stamm- und Bewegungsdaten von Kunden, die gerade auch in den Sozialen Medien verfügbar sind, schon heute die theoretische Möglichkeit one-to-one Marketing zu betreiben und damit einen uralten Traum eines jeden Marketingverantwortlichen wahr werden zu lassen. In der Realität werden die Potenziale der Marketingautomatisierung und des Big-Data-Managements aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Das Problem:

Durch die Verknüpfung von Webanalytics-Daten, Informationen aus Bewegungs- und Stammdaten von Kundenbindungsprogrammen, Profilen und Verhalten in Sozialen Medien jeweils in Verbindung mit intelligenten Algorithmen und der effizienten Umsetzung mit cleveren Marketing-Automatisierungstools gibt es heute schon die Möglichkeit die Kundenansprache zu individualisieren. Theoretisch wäre das heute schon möglich:

Targeting und Retargeting Beispiele

In der Praxis stellt sich dies aber als schwierig heraus. Zum einen gibt es die datenschutzrechtliche Problematik zu beachten, die vereinfacht ausgedrückt, den Austausch personalisierter Daten verbietet. Zum anderen fehlt in den Unternehmen auf der Marketingseite, fast immer das Fachwissen, aber oft auch nur die Phantasie und der Mut solche Lösungen umzusetzen. Fälschlicher Weise wird „Big Data“ (denn genau darum geht es) zum IT-Thema, weil dort die technischen Fachleute sitzen und nicht zum Marketingthema (der Bereich, wo es eigentlich hingehört).

Die 4 größten Risiken für Facebook

Stellen wir uns einmal vor, eine kleine amerikanische Softwarefirma hätte gerade keine Kapazitäten frei gehabt, als IBM dringend (weil eine andere Softwarefirma abgesprungen war) und extrem kurzfristig ein Betriebssystem für ihren neuen PC gebraucht hat. Bill Gates wäre heute wahrscheinlich der Chef eines mittelständischen Softwareunternehmens, der PC hätte sich vielleicht als Irrweg der Informationstechnologie herausgestellt und die Großrechnertechnologie wäre weiter entwickelt worden. Was wäre passiert, wenn Google schon 1996 gegründet worden wäre und im Jahr 2000, in der Boomzeit der Internetaktien an der Wallstreet vorgestellt worden wäre. Vielleicht wäre Google dann genauso untergegangen wie die allermeisten Dotcom-Unternehmen und Larry Page würde als Professor Informatik an einer unbekannten amerikanischen Provinzuniversität mit zweifelhaftem wissenschaftlichem Ruf unterrichten. Ähnlich verhält es sich meiner Meinung nach mit der Zukunft von Facebook: einen Börsenhype hat das Unternehmen clever genutzt, nur muss es jetzt beweisen, dass es 100. Mrd. US $ wert ist. Und es gibt gute Gründe skeptisch zu sein, da es eine ganze Reihe von Risiken gibt:

►    Risiko Nr. 1: Der Markt ist gesättigt