Typische Führungsfehler und wie Sie sie vermeiden – Teil V: “Inkonsequente und demotivierende Führung von Gesprächen”

von Fred Geiger

Das Problem: bedingt durch fehlende Erfahrung, mangelnde Sensibilität, die Fehleinschätzung von Personen und Situationen oder die schlichte charakterlich und/oder intellektuell bedingte Unfähigkeit zur Menschenführung werden (Kritik-) Gespräche inkonsequent und letztendlich für den Betroffenen demotivierend geführt.

Die Realität:

Personalführung ist ja per Definition “der begründete Versuch auf das eigene und auf fremdes Verhalten Einfluss zu nehmen”. Führung ist also kein naturwissenschaftliches Experiment vor der Schulklasse, bei dem man, auf Basis der entsprechenden physikalischen oder chemischen Kenntnisse, das Ergebnis voraussehen kann, wenn man sich denn nur an die Vorschriften hält. Führung ist vielmehr, der ständige Versuch der Führungskraft, etwas bei sich und den Mitarbeitern zu bewirken, um den Unternehmenserfolg langfristig zu steigern.

Schlagfertigkeit im Büro – bitte nicht nachmachen

von Fred Geiger

….gerade eben habe ich in SPON doch folgenden interessanten Artikel gelesen: www.spiegel.de/karriere/berufsleben/schlagfertig-im-buero-so-behaupten-sie-sich-bei-der-arbeit-a-953993.html

Was soll ich sagen? Ich war doch einigermaßen verblüfft, denn die dort vom “Schlagfertigkeitstrainer” dargebotenen Tipps wird doch hoffentlich keine vernünftige Sekretärin oder kein unbedarfter Studienabsolvent für bare Münze nehmen. Bemerkungen, wie sie dort einer Sekretärin in den Mund gelegt werden oder Tipps, die Späße rund um die körperlichen Unzulänglichkeiten eines Kollegen als besonders schlagfertige Retourkutsche empfehlen, würden in vielen Unternehmen zur augenblicklichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen.

Meine Empfehlung: schulen Sie statt Ihrer Schlagfertigkeit doch lieber Ihren Geist, Ihre Rhetorik und Ihr Geduld. Dann können Sie Angriffen jeglicher Art wirklich souverän begegnen.

Typische Führungsfehler und wie Sie sie vermeiden – Teil IV: “mangelnde Transparenz”

von Fred Geiger

Das Problem: Entscheidungen und die Wege dorthin werden den Mitarbeitern entweder nicht, unzureichend kurz oder unverständlich komplex dargestellt.

Die Realität:

Vielgepriesen im Rahmen von guter Corporate Governance, der Namensgeber für Organisationen wie “Transparency International” und inzwischen auch von Politikern bei Planungsverfahren immer wieder gelobt, ist “Transparenz” auch eine elementare Eigenschaft einer guten Führungskraft. Dabei ist im Rahmen der Personalführung die “Klarheit” der natürliche Zwilling der Transparenz, denn was hilft es in einem Teammeeting Entscheidungen transparent zu machen, wenn die Erklärung für diese Entscheidungen dann von den Mitarbeitern nicht verstanden wird. Leider belohnen viele Unternehmenskulturen aber Klarheit und Transparenz nicht oder nur unzureichend:

Beispiel 1:

Vor einigen Jahren hielt ich vor Einkäufern eines großen Versandhändlers ein Seminar zum Thema “Zielgruppen”. Dabei tat ich mir in der Vorbereitung etwas schwer, weil viele Informationen den Rang eines Staatsgeheimnisses hatten. Die drei Einkaufsbereichsleiter hatten zuvor über eine sündteure Unternehmensberatung eine Analyse und eine Empfehlung zu den Zielgruppen präsentiert bekommen. Der Umgang mit diesen Informationen war dann aber höchst befremdlich: ein Bereichsleiter kopierte seinen Mitarbeitern die entsprechenden Seiten aus der Präsentation, einer gab Informationen nur mündlich im direkten Gespräch weiter, der Dritte schließlich sperrte den Berichtsband in seinem Schreibtisch ein und Mitarbeiter durften nur in seinem Beisein darin blättern. Jetzt dürfen Sie raten, welcher dieser 3 Bereichsleiter wohl als der mächtigste Mann im Unternehmen galt.

Erschreckende Glaubenssätze in Sachen Führung

von Fred Geiger

Heute bin ich über einen Artikel in Focus Online gestolpert. Dabei bin ich mir nicht sicher, ob ich lachen oder weinen soll. Autor ist laut Focus Online:

Priv. Doz. Dr. med. Thorsten Kienast, Jahrgang 1968, ist Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik in Bühl. Im Rahmen des neuen Klinik-Schwerpunkts „Psychologische Medizin“ betreut und behandelt der renommierte Psychotherapeut und Psychiater viele Unternehmer und Top-Manager

Nachzulesen unter: www.focus.de/finanzen/news/gastkolumnen/kienast/wertschaetzung-statt-druck-so-treiben-manager-ihre-mitarbeiter-zur-bestleistung_id_3545459.html

Hier zeigt sich wieder einmal, wie Glaubenssätze das Thema Mitarbeiterführung dominieren. Das zeigt sich ja schon am Linktitel, denn dort werden Mitarbeiter ja nicht zur Bestleistung “geführt” oder “motiviert”, sondern “getrieben”. Unter der (ja an sich positiven) Überschrift “Wertschätzung statt Druck” werden u.a. folgende, aus meiner Sicht tollkühne Thesen aufgestellt:

“Der Kern der Personalführung ist es emotionale und gedankliche Widerstände zu überwinden”

“die Anwendung psychotherapeutischer Strategien ist eine Kernfertigkeit der Führungskraft”

Dabei gilt es wohl, laut Priv. Doz. Dr. med. Thorsten Kienast, nur 5 verschiedene Strategien anzuwenden, um erfolgreich “wertschätzend” zu führen:

1.) Für eine wertschätzende Mitarbeiterführung reicht ein 10-minütiges persönliches Gespräch alle 2 bis 3 Monate!! aus

Typische Führungsfehler und wie Sie sie vermeiden – Teil III: “sich vor unangenehmen Entscheidungen drücken”

von Fred Geiger

Das Problem: Fehlender Mut unangenehme aber auch notwendige Entscheidungen zu treffen und sie angemessen zu kommunizieren

Die Realität:

Seit vielen Jahren gebe ich für die WiSo Führungskräfte Akademie der Universität Erlangen-Nürnberg Seminare zum Thema Führungsgrundlagen und stelle für den Kurs, der aus rund 10 Modulen besteht, auch die Abschlussarbeiten. Basis dieser Arbeit wiederum ist ein typischer Arbeitstag im Leben einer Führungskraft und, so hoffe ich zumindest, praxisnahe und häufig auftauchende Aufgaben, die es im Laufe des Tages dann zu lösen gilt.

Mit welchen Mitteln bewältigen wir dabei unsere Führungsaufgaben? Mit Erfahrung (hier meine ich Lebens- und Berufserfahrung), mit Wissen (auch, aber nicht nur aus dem Lehrgang), durch Gespür (für Menschen und Situationen) und hin und wieder hoffentlich auch durch die Freude und Leidenschaft, die wir versprühen.

Mir wird bei der Korrektur der Arbeiten dabei immer ganz glasklar bewusst, dass der Führungsalltag viel häufiger als man glaubt, darin besteht, simple Entscheidungen zu treffen – angenehme und weniger angenehme. Meist erhalte ich von den Teilnehmern auch wirklich gute und durchdachte Lösungen, wenn es um entscheidungsorientierte Führung geht. Hier und da bin ich aber auch verblüfft, vielleicht sogar ein wenig enttäuscht, wie Führungskräfte (und solche die es werden wollen) Entscheidungen treffen und wie realitätsfern oft die Art und Weise ist, wie sie diese Entscheidungen kommunizieren.

Social Media – warum klassisches Marketing in Sozialen Medien nicht funktionieren wird

von Fred Geiger

Selten klug hat Peter Kruse den notwendigen Paradigmenwechsel im Marketing zu Papier, oder besser “zu Blog”, gebracht http://www.kircher-burkhardt.com/blog/netzkultur-guru-peter-kruse-empathie-wird-zur-schlusselkompetenz-von-unternehmen/ . Zwar sind die meisten Unternehmen inzwischen bereit Ressourcen (sei es Personal, sei es Geld) in Social Media zu investieren, nur glauben die meisten Unternehmenslenker und Marketingverantwortlichen nach wie vor, das Social Media wie klassische Marketingkommunikation funktionert, Social Media also simple “Reklame” in einer neuen Aggregatsform ist. Peter Kruse seziert in seinem Artikel sehr genau dieses intellektuelle und mentale Missverständnis. In der neuen Medienweilt geht es um die Erfolgsfaktoren Ehrlichkeit, Transparenz und Empathie und nicht mehr um neidisch gehütetes Herrschaftswissen und das gezielte, ja manipulative steuern von Botschaften. Die Zeiten für das Marketing werden damit aber nicht unbedingt schwerer, sie werden nur anders. Nicht zuletzt wird damit Social Media Marketing zu einer Aufgabe der obersten Führungsebene eines Unternehmens, zu einem zentralen Element der Corporate Governance, wenn wir den Begriff ganz allgemein als “gute Unternehmensführung” verstehen wollen.

Typische Führungsfehler vermeiden – Teil IIa “berechenbar sein – aber eben nicht berechnend”

Von Fred Geiger

Als Führungskraft, so habe ich ja geschrieben, sollte man berechenbar sein. Wenn allerdings vermeintlich transparente berechenbare Führung zu einer misslungenen Statistikübung verkommt, die unfairen Sozialdarwinismus zur Folge hat, ist dies verwerflich. Hier ein groteskes Beispiel am Beispiel der Führungsmethoden bei Yahoo. Die dort angewandte “Performancemessung” wird übrigens in US-Unternehmen recht oft und in deutschen Unternehmen, vor allem im Vertriebsbereich, immer häufiger eingesetzt.

http://meedia.de/internet/marissa-mayers-fieses-entlassungs-tool/2013/11/11.html?utm_campaign=NEWSLETTER_ABEND&utm_source=newsletter&utm_medium=email

Typische Führungsfehler vermeiden – Teil II “berechenbar sein”

von Fred Geiger

Problem: Fehlende Berechenbarkeit

Die Realität:

Wenn Sie Umfragen bei Mitarbeitern machen, wie denn der ideale Vorgesetzte auszusehen hat, kommt ziemlich weit oben auf der Liste der Begriff “Authentizität” und in vielen Seminaren für Führungskräfte wird dieses Prinzip auch an vorderste Stelle gelehrt, ja sogar von dem einen oder anderen Managementtrainer auch gepredigt. Praktisch alle führenden Anbieter von Managementtrainings bieten hierzu Seminare an und die Suchwortkombination “Seminar authentisch führen” ergibt sage und schreibe 437.000 Treffer und es werden auch Dutzende von Anzeigen zu diesem Thema bei Google geschaltet. Dabei haben wir offensichtlich vergessen, was “Authentizität” ist und was sie im Führungsalltag für Auswirkungen hat. Unter authentisch (aus dem altgriechischen “authentikos” für “richtig” oder auch “echt”) versteht man eine ursprüngliches, echtes, unverfälschtes, zur Person, dem Urheber (einer Handlung oder einer Rede) passendes Auftreten und Verhalten.  Und wenn wir den Umfragen glauben möchten, ist es genau das, was sich Mitarbeiter von uns, den Führungskräften, wünschen. Echt und unverfälscht agieren bedeutet aber letztendlich auch, dass Sie Stimmungsschwankungen (die nun einmal zutiefst menschlich und unvermeidbar sind) in Ihrem Führungsverhalten zulassen, dass Sie, nicht nur in Stresssituationen, Ihrem cholerischen Temperament nachgeben und Ihren Launen (den Guten, wie den Bösen) freien Lauf lassen und Schwächen bei jeder Gelegenheit offen und freimütig einräumen. All dies ist “echt”, “unverfälscht”, sprich”authentisch”. Insofern wäre der kantige unberechenbare Patriarch eine geradezu idealtypische Verkörperung des ja so gewünschten authentischen Führungsstils.

Typische Führungsfehler und wie Sie sie vermeiden – Teil I

von Fred Geiger

Für alle Lebensbereiche braucht man in Deutschland Zeugnisse, Zertifikate, Diplome oder zumindest so etwas wie eine Teilnahmebescheinigung um seiner Profession nachgehen zu können. Ein Auto ohne Führerschein fahren? – eine Straftat. Ein Angebot an ein Groß-unternehmen ohne ISO 9001 zertifiziert zu sein? – aussichtslos. Eine Bewerbung in der Entwicklungsabteilung eines Automobilkonzerns ohne ein einschlägiges Studium mit sensationellen Noten an einer renommierten Universität? – kann man sich wahrscheinlich sparen.

Nicht so ist das bei der Führung von Mitarbeitern (ich verwende hier immer die männliche Form, gemeint sind aber sowohl Mitarbeiter, als auch Mitarbeiterinnen)  - ein Team mit 200 vielfältigen Persönlichkeiten führen, darf man auch als „Analphabet“ oder sogar als „Autist“, was seine Führungskompetenzen anbelangt. Aber warum legen Unternehmen auf angewandte Führungskompetenz keinen größeren Wert (mal abgesehen von den Sonntagsreden mancher Personalverantwortlicher)?

Social Media clever nutzen

Wie Social Media Marketing funktioniert, zeigt uns das Marketing rund um den Film “Ich 2″. Einen Film über einen Trailer zu vermarkten ist schwierig, weil es diesem an einer abgeschlossenen Story fehlt, der Unterhaltungswert deshalb meist sehr gering ist und ein Trailer von den Usern ganz klar als Werbung für den Film erkannt wird. Anders verhält es sich bei “Ich 2″: aus dem Film werden kleine Minimovies abgeleitet, die kurz sind, unterhaltsam und eine abgeschlossene Handlung aufweisen. Welchen Aufruhr zum Beispiel eine simple Banane verursache kann, ist schon beeindruckend: http://www.youtube.com/watch?v=BYBw_o_2nG0

Rund 16 Millionen Aufrufe und über 50.000 Likes zeigen, wie Virales Marketing im Allgemeinen und ein Youtube-Kanal im Speziellen funktionieren kann.