Die Legende vom Silver Surfer

Soziale Medien – ist das nicht gerade ein Thema für “ältere Zielgruppen”? In der Tat erscheinen soziale Medien für ältere Zielgruppen auf den ersten Blick faszinierende Möglichkeiten zu bieten:

  • Sei es der Kontakt mit den Enkelkindern in der nächsten Großstadt oder gar auf einem anderen Kontinent der Erde. Wären da nicht Twitter, Facebook, Skype & Co. eine ideale Lösung?
  • Ältere Menschen sind beim Kauf von Produkten eher kritisch, legen mehr Wert auf Qualität und wägen Anschaffungen eher ab als Jüngere. Liegt es da nicht nahe, dass hier Bewertungs- und Informationsportale hohe Akzeptanz genießen?
  • Der Rentner als solcher (Vorsicht Klischee) hat ja mehr freie Zeit. Ist es da nicht fast schon logisch, dass er dann auch mehr Zeit im Web mit der Pflege sozialer Kontakte verbringen wird?
  • Ältere Zielgruppen verfügen über ein deutlich höheres frei verfügbares Einkommen und sind auch nicht mit der “Umsonst-Kultur” des Web aufgewachsen, konkret: Sie sind für nutzwertige Angebote auch bereit zu bezahlen.

Da stellt sich zunächst die Frage, ob es ihn wirklich gibt, den “Silver Surfer”, den Menschen ab 60 im Web?

Zunächst ist die Internetnutzung bei älteren Zielgruppen überraschend hoch (Quelle: ARD-Onlinestudie 2011):

„Ich bin online“

2006

2007            

2008            

2009                         

2010

2011           

Bevölkerung  ab 14

59,5 %

62,7 %

65,8 %

67,1 %

69,4 %

73,3 %

50-59

60,0 %

64,2 %

65,7 %

67,4 %

68,9 %

69,1 %

60plus

20,3 %

25,1 %

26,4 %

27,1 %

28,2 %

34,5 %

Definieren wir allerdings Social Media Nutzer sinnvoller Weise als Menschen, die das Internet häufig nutzen, zeigt sich die Problematik, dass wir ältere Zielgruppen mit Social Media noch nicht wirklich erreichen können:

Alter

14-19

20-29

30-39

40-49

50-59

60-69

70+

Antwort „ja“

88,4 %

86,9 %

81,9 %

72,1 %

52,4 %

26,6 %

8,7 %

Antwort „Ja“ auf die Frage „Nutzen Sie mehrmals im Monat das Internet?“ nach Alterszielgruppen, Quelle: VuMA 2011

Kurzum: Gerade für ältere Zielgruppen bietet das Social Web potentiell faszinierende Möglichkeiten. Allerdings ist der Silver Surfer nach wie vor eine Legende, denn die Zielgruppe nutzt das Social Web (Ausnahmen mögen die Regel bestätigen) noch nicht wirklich. Es gilt also Angebote zu schaffen, die die Interessen der Generation Silber besser treffen, denn gerade für die Frage, ob man im Social Web Geld verdienen kann gilt aus meiner Sicht “It´s Gold in Silver”