Social Media Policies und -Guidelines – eine Frage von Haltung und Menschenbild

„One voice to the customer“ muss gerade in Zeiten von YouTube, Twitter & Co. ein wichtiger Grundsatz im Unternehmen bleiben. Schließlich mache ich mich durch widersprüchliche Außendarstellungen angreifbar und deshalb sind PR-Verantwortliche und Juristen in den Unternehmen so besorgt, wenn es um die Entwicklung von Social Media Konzepten im Unternehmen geht. Das fundamentale Problem dabei ist so einfach zu beschreiben, wie schwer lösbar: es reicht nicht aus, Social Media als ergänzendes Marketingtool zu sehen, vielmehr muss man erkennen, dass Social Media Strategien das Unternehmen und seine Kultur selbst verändern.

Ein typisches Beispiel hierfür sind die PR-Aktivitäten der Unternehmen. Bislang hatten die PR-Verantwortlichen den in professionellen Unternehmen auch konsequent durchgesetzten Anspruch, jede Botschaft, die das Haus verlässt, zu kontrollieren. Ziel war es, dass man als Unternehmen sein Bild in der Öffentlichkeit zum großen Teil selbst bestimmen konnte. Was nicht in der Pressemitteilung stand, was der Geschäftsbericht verschwieg, was nicht als Bild der Pressemappe beilag und was im Imagevideo der Firma nicht in bewegten Bildern dargestellt wurde, existierte für die Öffent­lichkeit schlicht nicht. Dass sich ein Kunde von unserer Leistung enttäuscht zeigte, war mehr oder weniger ein bilaterales Problem mit begrenzter öffentlicher Wirkung und eine missglückte, falsche oder missverständliche Information seitens eines Callcenter-Mitarbeiters war kein Beinbruch.